Dominik Dau

NEXSTVENTURE 2026

Virtuelle Interviews und viele kreative Ideen.


Beschreibung

“Wir brauchen kurzfristig ein Tool, um virtuelle Interviews durchführen zu können, am besten so, dass ca. 150 Studierende mit Bordmitteln damit arbeiten können, könnt ihr da helfen?”

Diese Anfrage erreichte mich gut anderthalb Wochen vor dem NEXSTVENTURE 2026, bei dem 150 Studierende aus 15 Studiengängen eine Gründungsreise von der ersten groben Idee bis zum fertigen Pitch antraten.

Meine erste Reaktion darauf war: “Warum denn nicht, Challenge accepted.” Danach verabschiedete ich mich aus dem Teams-Call, setzte das Headset ab und dachte mir: “Warte, was hast du da gerade zugestimmt?!” Nach einer kurzen Kaffeepause setzte ich mich also wieder mit frischem, koffeiniertem Kopf an meinen Laptop und begann die Recherche zu Bordmitteln, auf die alle Studierenden Zugriff haben.

Es dauerte nicht lange, bis ich auf das von der GWDG gehostete Tool “ChatAI” in der Academic Cloud stieß. Im Prinzip ist das eine normale Chat-Oberfläche, über die man Open-Weight-LLMs nutzen kann, und das in einem datenschutztechnisch sauberen Rahmen, gehostet in Göttingen.

Noch viel cooler ist aber, dass man über simple technische Mittel einen vorgefertigten System-Prompt in ChatAI injecten kann. Und warum ist das so cool? Darüber lassen sich sogenannte “Personas” aufbauen, die eine spezielle Rolle einnehmen, um dann zum Beispiel als Interviewpartner dienen zu können (also ziemlich genau das, was beim NEXSTVENTURE benötigt wird).

Da wir aber eine möglichst niedrigschwellige Lösung für die Studierenden haben wollten und keine “hier, fülle dieses JSON-Format korrekt aus, steuer alle Sonderzeichen aus und füge es dann anschließend sauber in die URL deines Browsers ein”-Anweisung, setzte ich mich zusammen mit Claude (meinem virtuellen Kollegen) an die Entwicklung einer Web-App, die diesen Prozess verschlanken kann. Das Ergebnis war der “KITE Persona Generator” (persona.kite-hsh.de).

Nach einigen Iterationen des Tools war ich zufrieden und widmete mich der Vorbereitung der Präsentation, die mein Kollege Gunnar und ich halten sollten (diese Bitte wurde etwas “später” im Prozess an uns herangetragen, da kann man einfach nicht nein sagen, und Bock hatte ich irgendwie auch drauf).

Die Präsentation (übrigens wieder auf Englisch, aber das Aufwärmen meiner Sprachpraxis vor ein paar Wochen beim Besuch der Delegation aus Israel hat sich ausgezahlt) drehte sich um System-Prompting, Role-Prompting, die Limitationen von LLM-Personas und die Vorstellung des Tools.

Nach unserer Präsentation konnten die Studierenden ihre eigenen, auf ihre Geschäftsidee zugeschnittenen virtuellen Interviewpartner prompten, über die Web-App zum Leben erwecken und damit ihren Problem-Solution-Fit prüfen (also die Frage, ob das Problem der Zielgruppe wirklich existiert, bevor Zeit in eine Lösung gesteckt wird).

Nach dem Vortrag und in dem Wissen, dass das Tool so funktioniert hat, wie es sollte, verabschiedete ich mich ins wohlverdiente Wochenende. Ich muss gestehen, auf dem Heimweg konnte ich mir ein Lächeln kaum verkneifen. Was für eine coole Erfahrung.

Viele Grüße

DD

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